Finkenwerder: Montags-Demos gegen Baustopp

Mit regelmäßigen Montags-Demonstrationen wollen Finkenwerder Bürger in den nächsten Wochen für den Bau einer Umgehungsstraße protestieren. Schon am kommenden Montag soll es losgehen, kündigte die Interessengemeinschaft Finkenwerder an. Der Start der Demo an der vielbefahrenen Ortsdurchfahrt (22 000 Fahrzeuge täglich) ist für 16 Uhr geplant. Dabei dürfte es auch wieder zu langen Staus im Berufsverkehr kommen. "Wir wollen so den Druck auf den Senat erhöhen, sich möglichst schnell mit den Obstbauern in Francop zu einigen", so Peter Dierking, Sprecher der Interessengemeinschaft.

Hintergrund der neuen Demonstrationen auf Finkenwerder ist eine Bestätigung des Baustopps an der Umgehungsstraße durch das Oberverwaltungsgericht (OVG). Wie berichtet, hatten rund 30 Obstbauern aus dem benachbarten Francop und Neuenfelde erfolgreich gegen den Bau geklagt. Sie sollten enteignet werden, weil die Stadt Flächen zum Straßenbau benötigt, auf denen heute noch Obst angebaut wird.

Tatsächlich setzt Hamburg nach der Schlappe vor dem OVG offenbar verstärkt auf eine Verhandlungslösung: Von den Staatsräten der Wirtschafts- und Stadtentwicklungsbehörde wurde dazu jetzt der Chef der städtischen Projekt-Realisierungs-Gesellschaft (Rege), Hartmut Wegener, mit der Verhandlungsführung beauftragt. Wegener hatte schon für die Verlängerung der Airbus-Startbahn Grundstücks-Verhandlungen in Neuenfelde erfolgreich abgeschlossen.

"Wir werden jetzt in ein Flächen-Management dort einsteigen, um eine Lösung für einzelne Betriebe und auch für den gesamten Raum zu finden", sagte Wegener dem Abendblatt zum Stand der Gespräche. Basis dieser "außergerichtlichen Güte-Verhandlungen" bleibe allerdings die vom Senat bereits beschlossene Südtrasse.

Hamburger Abendblatt vom 9.3.200: http://www.abendblatt.de/daten/2006/03/09/541361.html